05. November 2018

18. Nachhaltigkeitsforum

„Die Zukunft des nachhaltigen Wirtschaftens in der digitalen Welt“

Im Rahmen des 18. Nachhaltigkeitsforums an der HWR Berlin am 05. November dialogisierten Prof. Dr. Holger Rogall (ehemaliger Direktor des Instituts für Nachhaltigkeit der HWR Berlin), Prof. Dr. Nina Michaelis (Dozentin für Nachhaltige Ökonomie und internationale Wirtschaftsbeziehungen an der FH Münster), Prof. Dr. Anja Grothe (Hochschullehrerin für Nachhaltigkeitsmanagement an der HWR Berlin), Prof. Dr. Tobias Popović (Zentrum für Nachhaltiges Wirtschaften und Management an der HFT Stuttgart), Prof. Dr. Peter Hennicke (Mitglied im Club of Rome und ehemaliger Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie), sowie Michael Müller (Bundesvorsitzender des Vereins NaturFreunde Deutschlands sowie ehemaliger Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt) die Erfordernisse einer radikalen Umgestaltung und Reorganisation ökonomischer Strukturen, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts erfolgreich zu überwinden.

 

In den Überlegungen und Diskussionen der Expert*innen nahm die voranschreitende Digitalisierung unserer Lebenswelt eine wichtige Rolle ein, dessen Verknüpfung mit einer sozial-ökologischen Transformation disziplinübergreifend behandelt wurde. Es herrschte Einigkeit darüber, dass es einen gesellschaftlichen Diskurs über den Verwendungsmodus digitaler Technologien bedarf. D.h. die der Digitalisierung inbegriffenen Möglichkeiten sollten für den ökonomischen und gesellschaftlichen Übergang in eine solidarische, demokratische und materialistisch-reduktive Moderne eingesetzt werden.

 

Darüber hinaus stand die kritische Auseinandersetzung mit den derzeitigen Entwicklungen der deutschen Hochschullandschaft im Fokus. Die an dem Nachhaltigkeitsforum teilnehmenden Expert*innen befürworten und fordern die derzeitige auf neoklassischen und keynesianischen Denkschulen beruhende wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung durch eine pluralistische Perspektive auf Ökonomie zu ersetzen. Neben der Nachhaltigen Ökonomie wären hier beispielsweise Ansätze wie die Postwachstumsökonomie, Circular Economy, Gemeinwohlökonomie, Steady State Ökonomie oder die „Ökonomie für den Menschen“ (Amartya Sen) zu nennen.

Während des Forums wurde Holger Rogall als bisheriger Direktor des Instituts für Nachhaltigkeit (INa) der HWR Berlin mit einigen amüsanten und gleichzeitig wehmütigen Anekdoten seiner treuen Kolleg*innen und beruflichen Begleiter*innen feierlich verabschiedet. Damit verliert die HWR Berlin einen überaus wichtigen Vordenker einer auf Humanismus, Solidarität und planetarischen Grenzen ausgerichteten Ökonomie, sowie einen Befürworter und Verfechter einer auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit abzielenden akademischen Ausbildung. Selbstverständlich bleibt uns Holger Rogall als Vorstandvorsitzender der Gesellschaft für Nachhaltigkeit erhalten.

Die thematische Gestaltung des 18. Nachhaltigkeitsforums erfolgte anhand des von der Gesellschaft für Nachhaltigkeit und des Netzwerks Nachhaltige Ökonomie veröffentlichten Sammelbands „Jahrbuch Nachhaltige Ökonomie 2018 / 19 – Im Brennpunkt: Zukunft des nachhaltigen Wirtschaftens in der digitalen Welt“, das beim Metropolis Verlag seit kurzer Zeit erhältlich ist (https://www.metropolis-verlag.de/Jahrbuch-Nachhaltige-Oekonomie-2018--19/1339/book.do).

Gesellschaft für Nachhaltigkeit e.V. | Geschäftsstelle

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